Preismanagement
Das X-ERP-Preismanagement verbindet Artikelpreise, Beschaffungskosten, Rabattgruppen und Belegkalkulation zu einer nachvollziehbaren Preisfindung.
Preismanagement: vom Wert zum verlässlichen Preis
Ein Preis ist in X-ERP kein einzelnes Feld. Er entsteht aus einer Kette von Entscheidungen: Woher kommt der Ausgangspreis? Für welche Preiseinheit gilt er? Welche Rabattregeln greifen? Und wie wirkt ein Anzahlungsartikel auf den Beleg?
Wer diese Kette versteht, kann Preise sicher erklären, Kalkulationsfehler schnell finden und verhindern, dass ein scheinbar kleiner Stammdatenfehler bis in Angebot, Bestellung oder Rechnung weiterläuft.
Die Preislogik auf einen Blick
- Artikel und Preisquelle: Im Verkauf liefert die gewählte Verkaufspreisliste den Ausgangspreis. Im Einkauf kommt er aus der lieferantenbezogenen Einkaufspreisliste. Für interne Kalkulationen steht der Beschaffungs- und Selbstkostenaufbau des Artikels zur Verfügung.
- Preiseinheit: Ein Preis kann beispielsweise für 1, 10 oder 100 Einheiten gelten. X-ERP teilt den Preis bei der Positionsberechnung durch die Preiseinheit.
- Rabatte: Positionsrabatt, Mengenrabatt und Belegrabatt werden als eigene Werte geführt. In der X-ERP-Belegrechnung werden die Prozentsätze addiert und gemeinsam vom Preis abgezogen.
- Menge und Faktor: Der rabattierte Preis je Einheit wird mit der Menge multipliziert. Anzahlungsartikel erhalten zusätzlich den in der Belegart festgelegten Anzahlungsfaktor.
Das Rechenmodell im Beleg
Für eine normale Artikelposition lässt sich die X-ERP-Logik vereinfacht so lesen:
Gesamt = Preis ÷ Preiseinheit × Menge × (1 − (Rabatt + Mengenrabatt + Belegrabatt) ÷ 100)
Beispiel: 120 Euro je 10 Stück, Menge 25, 5 % Positionsrabatt, 3 % Mengenrabatt und 2 % Belegrabatt. Der Gesamtrabatt beträgt 10 %. Daraus entstehen 12 Euro je Stück, 300 Euro vor Rabatt und 270 Euro nach Rabatt.
Die drei Rabatte werden in X-ERP addiert. 5 % + 3 % + 2 % ergeben daher 10 % Gesamtrabatt – nicht drei nacheinander multiplizierte Abzüge.
Wo Sie bei Abweichungen suchen
- Preis ist null oder unerwartet: Prüfen Sie Preisliste, Gültigkeitsdatum, Geschäftspartner und Preiseinheit.
- Einkaufspreis stimmt nicht: Prüfen Sie Lieferant, Artikel, direkten Rabatt, Rabattgruppenzuordnung und Bezugskosten.
- Rabatt fehlt: Prüfen Sie Rabattgruppe des Partners, Artikelgruppe und – im Einkauf – die aktivierte Zuordnung zur Rabattgruppe in der Einkaufspreisliste.
- Mengenrabatt ändert sich nicht: Prüfen Sie Mengenstaffel und die Einstellung der Belegart zur Mengenrabatt-Neuberechnung.
- Belegsumme wirkt falsch: Rechnen Sie zuerst Preis je Einheit, dann die Summe der drei Rabattprozente und zuletzt Menge sowie Anzahlungsfaktor nach.
Sicherer Arbeitsablauf
- Legen Sie Preiseinheiten und Artikelgruppen eindeutig fest.
- Pflegen Sie Verkaufs- und Einkaufspreisquellen getrennt.
- Ordnen Sie Partnern die richtige Preisliste und gegebenenfalls Rabattgruppe zu.
- Testen Sie mindestens einen Verkaufs- und einen Einkaufsbeleg mit realistischen Mengen.
- Ändern Sie Preislisten oder Rabattregeln nie ohne Stichtag, Verantwortlichkeit und Kontrollbeleg.
Prüfen Sie vor der Freigabe
- Jeder Artikel besitzt die richtige Preiseinheit.
- Verkaufspreise sind in der vorgesehenen Preisliste mit richtigem Gültigkeitsdatum vorhanden.
- Einkaufspreise gehören zum richtigen Lieferanten und enthalten alle Bezugskosten.
- Rabattgruppe und Artikelgruppe bilden die gewünschte Regel.
- Die Summe aller Rabatte bleibt fachlich plausibel.
- Ein Testbeleg lässt sich vom Ausgangspreis bis zur Endsumme nachrechnen.
Das Ergebnis
Gutes Preismanagement macht aus Zahlen eine belastbare Entscheidung. Vertrieb, Einkauf und Controlling sehen denselben Zusammenhang – und ein Kunde erhält einen Preis, den Ihr Team jederzeit erklären kann.
In diesem Kapitel
Weiterführende Themen
- Für Fachanwender – Einzelne Module sicher und effizient einsetzen › Stammdaten › Preismanagement › Artikel
- Für Fachanwender – Einzelne Module sicher und effizient einsetzen › Stammdaten › Preismanagement › Dokument
- Für Fachanwender – Einzelne Module sicher und effizient einsetzen › Stammdaten › Preismanagement › Anzahlungsartikel
- Für Fachanwender – Einzelne Module sicher und effizient einsetzen › Stammdaten › Artikel › Preiseinheiten
Häufige Fragen
In welcher Reihenfolge sollte ich einen falschen Preis prüfen?
Beginnen Sie mit Preisquelle und Preiseinheit. Prüfen Sie danach Positionsrabatt, Mengenrabatt und Belegrabatt sowie bei Anzahlungen den Faktor der Belegart.
Werden die drei Rabatte nacheinander berechnet?
Nein. X-ERP addiert Positionsrabatt, Mengenrabatt und Belegrabatt und zieht die Summe gemeinsam vom Preis ab.
Ist der kalkulierte Verkaufspreis automatisch der Belegpreis?
Nicht zwingend. Verkaufsbelege verwenden die gewählte Verkaufspreisliste. Der kalkulierte Verkaufspreis ist eine interne Kalkulationsgröße.
Warum ist die Preiseinheit so wichtig?
Der gespeicherte Preis wird für die Positionsberechnung durch die Preiseinheit geteilt. Ein Preis von 100 bei Preiseinheit 100 entspricht 1 je Stück.